Tag 23 / Zotter, Cambio-Café, Bio & Fairtrade in Shanghai + jüdischen Viertel & Sky Bar

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Nach dem Staunen über die bauliche Entwicklung machten wir uns heute auf der Suche nach dem Motor, dem Antrieb dieser dynamischen Entwicklung. Wie auch immer diese in Gang gekommen ist, zieht sie wie ein gigantischer Strudel Leute aller Länder und Nationen an, die genau hierher wollen, um ihre Vorstellungen zu verwirklichen. Mit dem Schokoladentheater der Firma Zotter, beginnen wir von vertrautem Grund aus: Schokolade ist dem Österreicher nicht fremd. Den Chinesen aber sehr wohl. Trotz, oder gerade deswegen hat sich die Firma Zotter in das Wagnis gestürzt, einen nicht existierenden Markt zu erobern, oder besser gesagt erst zu schaffen und mit dazu noch das Konzept von Bio und Fairtrade zu vermitteln. Ein großes Vorhaben, bei dessen Umsetzung nicht gekleckert wurde. Das Gebäude, in dem 25 Leute Arbeit finden, liegt in einem neu gestalteten ehemaligen Fabriksgelände direkt am Fluss und beherbergt auch ein Café. Sollte der wirtschaftliche Erfolg vielleicht noch fraglich sein, so wird sich die geschmackliche Palette angesichts der Vielzahl der chinesischen Produkte und Geschmäcker sicherlich zu neuen Ufern führen. Das alte Industrieviertel in der Umgebung würde bei einem nächsten Besuch sicher noch Zeit zum Entdecken brauchen. Vielleicht mit dem Fahrrad.

Am Rückweg in die Stadt machen wir im jüdischen Viertel der ehemals japanischen Konzession halt. China hatte in den 30er Jahren 200 000 Juden aus Deutschland und Europa Asyl gewährt. Die in Shanghai niedergelassenen Familien wurden jedoch nach der Eroberung durch Japan gezwungen dort zu leben und zu arbeiten. In den sehr europäisch anmutenden Häusern hatten wir durch einen glücklichen Zufall die Möglichkeit in zwei Wohnungen im ersten Stock einen Blick zu werfen, die ein Gemeinschaftsbad und eine gemeinsame Küche am Gang ihr Eigen nannten. Auf engem Raum wurden mit Hochbetten bzw. Trennwänden kleine individuelle Nischen geschaffen, die sehr bescheiden, aber nicht ärmlich wirkten. Hans Georg hinterließ als Dankeschön ein Porträt des Hündchens, worauf ausgiebig das Bild, das Modell, der Künstler und das Frauchen fotografiert wurden. Ein Erlebnis für beide Seiten, das noch ein wenig nachwirken wird.

Am Nachmittag quälte sich der Bus durch den Stau in der Innenstadt zu einem kleinen Kaffehaus, wo wir Sebastian Martin trafen, einen Südamerikaner mit chilenisch-bolivianischen Wurzeln und einer Ausbildung in den USA, der sich nach langer individueller Vorbereitung nach Shanghai aufgemacht hat, um seine Idee eines fairen Handelns mit Kaffee umzusetzen. China, weil auch hier der Markt erst geschaffen werden muss, und die Chancen und Möglichkeiten groß sind. Von Sebastian erhielten wir eine Vorstellung über die Schwierigkeiten mit Behörden, Sprache, Mentalität oder aber auch der stürmischen Stadtentwicklung, die die eben erst eröffnete erste Filiale von Cambio-Café der Abrissbirne opfert. Wie auch schon bei anderen Gelegenheiten, stellten wir fest, dass den Chinesen das Kaffeemachen noch nicht so flüssig und schnell von der Hand geht. Andererseits war der Kaffee aus China und Mittel- bzw. Südamerika von ausgezeichneter Qualität. 70% des verwendeten Kaffees kommen aus China, wo es in der Provinz Yunnan eine Kooperative mit einigen hundert Bauern gibt, mit der zusammengearbeitet wird. Sebastian kennt alle seine Bauern und hat jeden Zwischenhandel ausgeschaltet. Sein Kaffee wird auch direkt in Shanghai geröstet, was ein Teil des Rezeptes für dessen guten Geschmack ist. 500 kg Kaffee werden derzeit über die beiden Filialen, den Onlinehandel und die Zusammenarbeit mit Restaurants umgesetzt. Ziel von Sebastian ist, 300 Filialen in China zu haben, in denen das Konzept des biofairen Kaffeegenusses unter die Leute gebracht wird.

Der restliche Nachmittag und Abend stand zur freien Verfügung zur Erkundung von Shanghai. Eine größere Gruppe bewunderte am Abend im ERA Theater die berühmte Akrobatik-Show. Eineinhalb Stunden lang kommen wir aus dem Staunen über diverse akrobatische Meisterleistungen nicht heraus. Und der Highlights dieses Tages nicht genug, stoppen einige am Heimweg noch im Hyatt-Hotel und genießen bei einem Glas Sekt den Ausblick von der Sky-Bar in luftiger Höhe und das Partytreiben der Reichen und Schönen Shanghais.

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