Tag 20 / Yangshuo – Mit dem Fahrrad durch die Dörfer und Marktbesuch in der Stadt

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Wir wachen auf in einem nicht allzubreiten flachen Flusstal, das links und rechts von ca. 200 m hohen Karstkegeln umstanden ist, die sich in dichten Reihen – wie ein Irrgarten – hintereinander staffeln. Das Leben beginnt in China mit den ersten Lichtstrahlen, hier also um 6 Uhr. Während in der Stadt die Parks von Pensionisten bevölkert sind, die ihre sportlichen Übungen zur Aufrechterhaltung der Gelenkigkeiten absolvieren, werden hier die kleinen Felder bewässert, schon Wäsche gewaschen, gefischt und sogar ein Hochzeitspaar posiert auf dem Damm in der flach stehenden Morgensonne. Wir haben uns Räder ausgeborgt und unternehmen eine gut 30 km lange Fahrradtour. Während es entlang des Flusses inzwischen schon einen gepflasterten Gehweg gibt fahren wir auf den sich uns bietenden Straßen und Wegen. Das heißt Landstraße mit Staub und Schwerkverkehr ebenso wie idyllische Nebenstraßen, Dorfpassagen wie Feldwege. Am Beginn steht der Moon Hill, ein Karstkegel mit einem halbrunden Loch im Zentrum. In den Dörfern bekommen wir im Vorbeifahren in die Werkstätten der Handwerker. Konkret sind das erdgeschossige Räume in der Größe einer Doppelgarage und der Straßenraum davor. Darin wird Holz geschnitten, arbeitet ein Steinmetz oder es ist einfach ein Gemüseladen. Im Dorfzentrum sitzen die alten Leute und beobachten das Geschehen oder spielen Karten, manchmal Mahjongg.

In einem großen Bogen kommen wir nach Yangshuo zurück, am Stadtrand gibt es einen breiten Zweiradweg, den wir uns mit Motorädern teilen. Dann verdichtet sich das Geschehen, der Weg wird immer schmäler, eingeschränkt von mobilen Marktständen, Käufern, entgegenkommenden Motorrädern. Der chinesische Verkehr ist eine einzige Begegnungszone für mehr als 1 Milliarde Verkehrsteilnehmer. Rot heißt für Zweiräder jeder Art nur etwas langsamer quer über die Kreuzung zu fahren, unbeleuchtet sowieso; Rechtsverkehr gilt für sie auch nur bedingt. Aber alles nimmt seinen Lauf, langsam und umsichtig kommt jeder an sein Ziel und in der ganzen Zeit haben wir nur die Folgen eines Unfalls und eigentlich kaum brenzlige Situation miterlebt, wohl aber alte Leute mutterseelenallein in der Mitte einer sechsspurigen Straße trippeln gesehen. Alle Sinne sind jetzt gefragt und mit etwas Umsicht und der Orientierung an der bunten Kleidung des Vorausfahrenden, finden wir die letzten Kilometer durch das Stadtgetümmel bis zu unserem Restaurant. Nach dem Essen machen wir noch einen Abstecher zum gegenüberliegenden Markt. Zhang, unser kundiger Führer, der uns seit der Ankunft in Guilin mit seinem Bariton-Lachen begleitet lässt keine Frage unbeantwortet. Ein Universum an Pflanzen, Gewürzen, Tieren, Gewürzen und Geschmäckern tut sich auf. Es gibt ganz offensichtlich fast nichts, was man in China nicht zu Essen verarbeiten kann. An dem Laden mit dem Hundefleisch hat man dann als Europäer auch nicht so genau hinsehen wollen. Auf kurzem Wege geht es zurück zum Hotel und der Nachmittag gehört der Regeneration am Pool oder im Massagesalon in der Stadt. Und von der Terrasse hat man einen wunderbaren Blick auf den Sonnenuntergang hinter den Karstkegelbergen.

Am Abend besuchen wir noch die Open Air Show Impression Sanjie Liu. Am Ufer des Li Flusses wurde hier eine riesige Theatertribüne aufgebaut, wo 2-3-mal pro Abend dieses einstündige Spektakel aufgeführt wird. 600 SchauspielerInnen erzählen eine alte romantische chinesische Sage mit Musik, Gesang, vielen Booten und schönen Farbeffekten. Im Hintergrund sind immer wieder die Karstkegelberge angeleuchtet. Insgesamt ein imposantes Erlebnis. Für uns störend aber auch interessant ist der Kunstgenuss der chinesischen Besucher rund um uns. Es wird ständig geredet, telefoniert, herumgegangen und noch vor dem Ende verlassen die meisten die Tribüne. Wir Langnasen bleiben bis zum Schluss, applaudieren allen AkteurInnen und sind dann die letzten, die das Gelände verlassen.

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