Tag 16 / Xian – Longmen-Grotten – Shaolin Tempel

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Am frühen Morgen fahren wir mit dem Hochgeschwindigkeitszug (2. Klasse) ca. 90 Minuten nach Luoyang Longmen. Die Neuen Hochgeschwindigkeitsbahnhöfe liegen an der Peripherie und ähneln eher Flughäfen, in Dimension und Sicherheits-Kontrolle. Aus den Morgennebeln ziehen die Silhouetten von Hochhausclustern und Kraftwerken ebenso vorbei, wie Felder und kleine Höfe.

In Luoyang (eine Kleinstadt mit 1,9 Mio. Einwohner, wie Wien) angekommen, besichtigen wir die Longmen Grotten. Sie liegen an den Felswänden eines schmalen Flussdurchbruches, des Drachentors. Der Bau der Grotten begann in der Nördlichen Wei Dynastie und dauerte ca. 400 Jahre bis in die Zeit der Tang-Dynastie. Es gibt hier insgesamt 2345 Nischen, über 100.000 Buddhastatuen und mehr als 2800 Inschriften. Die größte Statue ist der 17,14 Meter hohe Buddha Vairocana während die kleinste Mikrogravur-Buddhafigur in einem flächigen Muster nur 2 Zentimeter beträgt. Je nach Einsatz der finanziellen Mittel konnte man sich eine Nische in der standesgemäßen Größe bestellen. Auch wenn die Gesamtanlage in den letzten 200 Jahren mehrfach geplündert und devastiert wurde, geht von den verbliebenen Resten eine ungeheure Wirkung aus.

Nach einem kurzen aber umfangreichen Mittagessen fahren wir mit dem Bus in Richtung Zhengzhou und machen einen Stopp in Dengfeng beim Shaolin Tempel (Ursprungskloster des Shaolin Ordens). Es ist berühmt für seinen Kampfkunststil „Shaolin Kung Fu“. Das Kloster gilt außerdem als die Geburtsstätte des historischen Chan-Buddhismus, des Vorläufers des Zen.

Wie bei allen großen Sehenswürdigkeiten ist auch hier der Andrang an einem Wochentag enorm. Souverän werden die Massen kontrolliert, dirigiert, durchgeschleust und in der Verkaufsshow gemolken. In dem inzwischen sehr irdischen Kloster benötigt man tatsächlich die Gelassenheit des Zen, um das Alles zu ertragen und auszublenden, wie „Lonely Planet“ treffend anführt. Man sollte die Bibel des Individualtourismus bei der Buchung einer Gruppenreise ebenso zu Hause lassen, wie die Souveränität über die eigene Zeiteinteilung. Zu später Stunde, nach einem Stau um 19:30 vor dem Gymnasium, erreichen wir das Hotel in Zhengzhou, der Hauptstadt der Provinz Henan, und stürzen uns in das (kulinarische) Nachtleben der Garküchen. Als wir kurz vor Mitternacht im Bett waren, war von Laden- und Küchenschluss noch keine Spur. Kein Wunder bei 8 Millionen Einwohnern.

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